VUK-Jahrestagung in Berlin

120 Teilnehmende aus Deutschland und Österreich kamen Mitte März in Berlin zum Jahrestagung des Verbundes Unabhängiger Kleintierkliniken zusammen. Gastgeber war das Berliner Familienunternehmen MELAG, das in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen feiert. Für die beiden VUK-Geschäftsführer Oliver Volin und Eberhard Hock war das Treffen nicht nur eine klassische Verbandstagung, sondern vor allem ein weiterer Schritt in der Professionalisierung eines Netzwerks, das in den vergangenen drei Jahren deutlich an Gewicht gewonnen hat.

Der VUK versteht sich als Arbeitgeberverbund für private, inhabergeführte Kleintierkliniken und Tiergesundheitszentren, die auf klinischem Niveau arbeiten. Ziel ist es, die Interessen unabhängiger tiermedizinischer Unternehmer:innen zu bündeln, Wissen zu teilen und gemeinsam Lösungen für strukturelle Herausforderungen der Branche zu entwickeln. „Viele der aktuellen Probleme unseres Berufsstandes lassen sich heute nur noch gemeinsam lösen“, erklärt Geschäftsführer Hock. „Als Netzwerk können wir deutlich mehr erreichen, ohne dass einzelne Praxen oder Kliniken ihre unternehmerische Eigenständigkeit aufgeben.“, fügt Oliver Volin hinzu.

Wachstum und Professionalisierung

Wie dynamisch sich der Verbund entwickelt hat, zeigen die Zahlen. Als Volin und Hock vor drei Jahren die operative Verantwortung übernahmen, zählte der VUK insgesamt 28 Mitgliedskliniken und -praxen. Inzwischen sind es 76 Kliniken und tiermedizinische Zentren, darunter auch vier Mitglieder aus Österreich. Mit durchschnittlich rund 49 Mitarbeitenden pro Mitgliedseinheit repräsentiert der Verbund mittlerweile mehr als dreieinhalbtausend Beschäftigte in der deutschen Kleintiermedizin. Dabei betonen Hock und Volin ausdrücklich, dass Wachstum allein nicht das Ziel sei, vielmehr gehe es um eine qualitätsorientierte Gemeinschaft unabhängiger Einheiten. „Wir wollen eine starke Interessengemeinschaft für hochwertige Tiermedizin bilden“, so die Geschäftsführer. „Deshalb haben wir unsere Aufnahmekriterien zuletzt sogar noch einmal verschärft.“ Zu den Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft gehören u.a.:

  • mindestens sechs tierärztliche Vollzeitstellen
  • klinisches Leistungsniveau
  • mindestens eine Fachtierärzt:in im Inhaberkreis mit Weiterbildungsermächtigung

Austausch zwischen Klinikleitungen und Management

Ein besonderes Merkmal der Jahrestagung ist die bewusste Einbindung der Klinikmanager:innen. Neben den rund 85 Klinikinhaber:innen nahmen 35 Praxis- und Klinikmanager:innen teil. Für sie wurde innerhalb des Programms ein eigener Themenstrang angeboten. Die Idee dahinter: Managementkompetenz wird für moderne Tierkliniken und -praxen zunehmend entscheidend. Gleichzeitig profitieren viele Häuser davon, wenn ihre Führungskräfte sich untereinander austauschen.

Arbeitsgruppen für zentrale Zukunftsthemen

Neben dem persönlichen Austausch arbeitet der Verbund inzwischen mit mehreren thematischen Arbeitsgruppen, die konkrete Projekte vorantreiben. Dazu gehören bspw.:

  • Controlling
  • Fortbildung
  • Social-Media-Strategien und Kommunikation

Diese Gruppen entwickeln Empfehlungen und Initiativen, die anschließend im gesamten Netzwerk umgesetzt werden können. Ein weiteres strategisches Ziel ist die Qualitätssicherung innerhalb des Verbunds. So unterstützt der VUK aktiv seine Mitglieder auf dem Weg zur Qualitätszertifizierung GVP-Gold.

Netzwerk mit wachsender Bedeutung

Parallel zum Mitgliederwachstum hat der VUK zahlreiche Partnerschaften mit Industrieunternehmen aufgebaut und mehrere interne Communitys etabliert – etwa für Klinikleitungen, Manager, Einkäufer oder Fachgruppen. Gerade diese Vernetzung gilt als zentraler Mehrwert des Verbunds. Viele Mitglieder berichten, dass sie über das Netzwerk schneller Lösungen für organisatorische oder betriebswirtschaftliche Fragen finden. „Es entsteht hier ein Vertrauensraum“, beschreiben Volin und Hock. „Die Mitglieder diskutieren offen, auch kontrovers, aber immer mit dem Ziel, voneinander zu lernen.“

Andreas Moll