KI trifft CBCT: VISIOVET und HAWKCELL schließen strategische Partnerschaft
Die Weiterentwicklung der bildgebenden Diagnostik in der Tiermedizin nimmt weiter Fahrt auf: Das französische Deep-Tech-Unternehmen HAWKCELL und der auf veterinärmedizinische Bildgebung spezialisierte Anbieter VISIOVET haben eine strategische Partnerschaft für die DACH-Region bekannt gegeben. Im Zentrum der Kooperation steht die Integration der KI-Lösung HawkCT in bestehende Cone Beam CT (CBCT)-Systeme. Ziel ist es, die diagnostischen Möglichkeiten dieser Technologie deutlich zu erweitern, insbesondere dort, wo CBCT bislang an Grenzen gestoßen ist.
CBCT: wirtschaftlich attraktiv, diagnostisch limitiert?
Cone Beam CT hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend in spezialisierten Tierarztpraxen etabliert. Im Vergleich zum klassischen CT sind die Investitions- und Betriebskosten deutlich geringer – ein entscheidender Faktor für viele Praxen. Allerdings hatte die Technologie bislang auch klare Einschränkungen: Vor allem die reduzierte Weichteilkontrastdarstellung und teilweise eingeschränkte Bildqualität begrenzten den diagnostischen Einsatzbereich. Die von HAWKCELL entwickelte Software nutzt Deep-Learning-Algorithmen zur Rekonstruktion von CBCT-Daten. Dadurch werden Kontrast und Detaildarstellung der Bilder deutlich verbessert. Das Ergebnis: CBCT-Aufnahmen, die bislang nur eingeschränkt interpretierbar waren, gewinnen an diagnostischer Aussagekraft. Für die Praxis bedeutet das eine Annäherung an die Bildqualität klassischer CT-Systeme ohne deren Kostenstruktur.
Mehrwert für Praxen und Teleradiologie
Die Partnerschaft adressiert dabei zwei zentrale Anwendergruppen:
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Tierarztpraxen und -kliniken: Bestehende CBCT-Systeme können durch die Integration von HawkCT deutlich aufgewertet werden. Die Bildgebung wird vielseitiger einsetzbar und gewinnt an klinischer Relevanz.
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Teleradiologische Anbieter: Verbesserte Bildqualität ermöglicht eine deutlich erweiterte Befundung. Laut Unternehmen können so bis zu 85 % mehr CBCT-Untersuchungen sinnvoll ausgewertet werden – ein nicht unerheblicher wirtschaftlicher Faktor.
VISIOVET wird HawkCT künftig als Add-on-Lösung in sein Portfolio aufnehmen und in Verbindung mit CBCT-Systemen, insbesondere den Plattformen NewTom 5G XL VET und 7G VET – in der DACH-Region anbieten. Damit wird die KI-Technologie direkt in bestehende Workflows integriert, ohne dass zusätzliche Hardware erforderlich ist.
Alexis Girin, CEO von HAWKCELL, ordnet die Entwicklung ein: „CBCT verbreitet sich rasant in der Tiermedizin, blieb bislang aber in seinem diagnostischen Potenzial begrenzt. Mit HawkCT erschließen wir eine neue Ebene an Bildqualität und klinischem Nutzen.“ Auch Gregor Tauschitz, CEO von VISIOVET, sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt: „Die Kombination aus CBCT und KI ermöglicht es Praxen und Teleradiologen, deutlich mehr diagnostischen und wirtschaftlichen Nutzen aus ihrer Bildgebung zu ziehen.“
Künstliche Intelligenz wird zum entscheidenden Hebel, um bestehende Systeme aufzuwerten und Technologien wie CBCT vom spezialisierten Nischenwerkzeug hin zu einem breiter einsetzbaren Diagnostikstandard weiterzuentwickeln.