Mehr diagnostische Sicherheit durch CBCT
Die Tierärztliche Praxis Dr. Marx in Petersberg-Horwieden bei Fulda hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1946 kontinuierlich weiterentwickelt. Heute arbeitet ein Team aus sechs Tierärzt:innen und sieben TFAs mit Schwerpunkt auf der Kleintiermedizin. Im Frühjahr 2024 fiel eine strategische Entscheidung: Die Integration eines eigenen CBCT-Systems sollte vor allem eines leisten – mehr diagnostische Sicherheit im Praxisalltag schaffen.
„Es gab immer wieder Fälle, bei denen wir mit der klassischen Röntgendiagnostik an Grenzen gestoßen sind“, beschreibt Praxisinhaber Dr. Rüdiger Marx den Ausgangspunkt. Insbesondere bei der Beurteilung von Ellenbogengelenken, Zahn- und Kiefererkrankungen oder Wirbelsäulenveränderungen blieben Fragestellungen offen. Die dreidimensionale Bildgebung ermöglicht heute eine deutlich präzisere Darstellung – und damit fundiertere Therapieentscheidungen.
Ein wesentlicher Vorteil lag in der praktischen Umsetzbarkeit: Das kompakte System konnte ohne größere bauliche Maßnahmen in den bestehenden Röntgenraum integriert werden. Auch im Alltag zeigt sich der Nutzen. Kleine Heimtiere lassen sich in vielen Fällen im Wachscan untersuchen, was Sedationen vermeidet und Abläufe vereinfacht. Wie relevant die zusätzliche Bildinformation sein kann, zeigt ein Fall aus der Praxis: Ein vierjähriger Flat-Coated Retriever wurde mit Lahmheit vorne rechts vorgestellt. Das Röntgenbild zeigte eine Auffälligkeit im Ellenbogengelenk, ließ jedoch keine klare Diagnose zu. Erst die 3D-Darstellung brachte Klarheit: Multiple Chips im medialen Bereich sowie eine Verkalkung der Gelenkkapsel konnten eindeutig identifiziert werden, während der Processus coronoideus intakt war und die Gelenkkongruenz erhalten blieb. Eine invasive Diagnostik war somit nicht erforderlich.
Für uns sind vor allem Zahn- und Kiefererkrankungen, aber auch Tumore sowie Traumata nach Unfällen wichtige Indikationen, die sich mit der SCS VetSeries® beeindruckend abbilden lassen.“
Heute nutzt das Team die 3D-Bildgebung insbesondere bei orthopädischen Fragestellungen, in der Dentaldiagnostik sowie bei tumorösen Veränderungen. Die schnelle Verfügbarkeit der Datensätze erleichtert nicht nur die Befundung, sondern auch die Therapieplanung und Beratung der Tierhalter:innen. Für Dr. Marx steht dabei weniger die Technologie selbst im Mittelpunkt als ihr klinischer Nutzen: „Wir haben heute eine diagnostische Option, die uns genau dann weiterhilft, wenn das Röntgen nicht mehr ausreicht.“