Mehr Sicherheit bei neurologischen Fällen! Das neue PGCert-Programm Neurologie von Ifevet International
Die Neurologie gehört zu den anspruchsvollsten Bereichen der Kleintiermedizin. Anfälle, Paresen oder Ataxien stellen viele Tierärzt:innen im Alltag vor diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Gleichzeitig wächst das Interesse an strukturierter Fortbildung, die über klassische Seminare hinausgeht. Mit dem neuen Postgraduate Certificate (PGCert) in Neurologie bringt Ifevet International ein entsprechendes Programm in den deutschsprachigen Raum. Die fachliche Leitung übernimmt Alexander P. Sablotni Aguilera, derzeit in ECVN-Residency an der Tierklinik Oberhaching. Im Gespräch mit JUST4VETS erklärt er, wie sich neurologische Fälle strukturierter angehen lassen.
Neurologische Symptome gehören im Praxisalltag häufig zu den schwierigsten Fällen. Warum fällt vielen Tierärzt:innen gerade dieser Bereich besonders schwer?
Alexander P. Sablotni Aguilera: Neurologische Patienten gehören für viele Kolleg:innen zu den anspruchsvollsten Fällen. Das liegt vor allem daran, dass Neurologie ein sehr strukturiertes klinisches Denken verlangt. Symptome müssen nicht nur erkannt, sondern sinnvoll eingeordnet werden: Wo sitzt die Läsion? Ist das Problem wirklich neurologisch – oder steckt eine internistische oder orthopädische Ursache dahinter? Genau hier entstehen Unsicherheiten. Ein Patient mit Ataxie, Schwäche, Anfällen oder Schmerzen kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Viele fragen sich: Was ist ein echter Notfall? Welche Diagnostik ist sinnvoll? Wann sollte ich überweisen?
Gleichzeitig folgt die Neurologie einer klaren klinischen Logik. Mit einer guten Struktur für Untersuchung, Lokalisation und Priorisierung wird vieles greifbarer. Genau dieses Gefühl möchte ich vermitteln: Neurologische Fälle müssen nicht einschüchternd sein.
Das PGCert von Ifevet ist als zusammenhängender Lernprozess konzipiert. Es umfasst 13 Module an sechs Wochenenden mit insgesamt 72 Stunden Live-Unterricht und ist vollständig online organisiert.
Das PGCert-Programm richtet sich ausdrücklich auch an praktizierende Tierärzt:innen. Was unterscheidet dieses Format von klassischen Seminaren?
Alexander P. Sablotni Aguilera: Der größte Unterschied liegt in der Struktur. Seminare sind oft sehr wertvoll, bleiben aber punktuell. Man nimmt viele Inhalte mit, doch die nachhaltige Verknüpfung fehlt häufig. Das PGCert ist als zusammenhängender Lernprozess konzipiert. Es umfasst 13 Module an sechs Wochenenden mit insgesamt 72 Stunden Live-Unterricht und ist vollständig online organisiert. Die Inhalte bauen systematisch aufeinander auf – von Untersuchung und Bildgebung über Notfälle und Diagnostik bis hin zu Onkologie, Rehabilitation und Fallbesprechungen.
Besonders wichtig ist die Praxisnähe. Es geht um klinische Entscheidungswege und Inhalte, die direkt im Alltag anwendbar sind. Ergänzt wird das Programm durch Aufzeichnungen, Lernplattform und Austauschmöglichkeiten, sodass Wissen über mehrere Monate hinweg aufgebaut wird.
Welche konkreten Fähigkeiten sollen Teilnehmer:innen am Ende sicher beherrschen?
Alexander P. Sablotni Aguilera: Ziel ist, neurologische Patienten strukturierter und sicherer beurteilen zu können. Grundlage ist eine saubere neurologische Untersuchung mit anschließender topographischer Lokalisation. Wer diesen ersten Schritt beherrscht, kann viele Fälle besser einordnen und priorisieren. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf praxisrelevanten diagnostischen Entscheidungen: Welche Untersuchungen sind sinnvoll und realistisch? Wann ist weiterführende Diagnostik wie MRT, CT oder Liquoruntersuchung angezeigt? Wichtig ist, Indikationen, Aussagekraft und Grenzen zu verstehen. Ebenso entscheidend ist der Umgang mit der Ersttherapie. Vor einer Überweisung sollte man einschätzen können, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche die Diagnostik erschweren. Der Einsatz von Glukokortikoiden kann beispielsweise Befunde verfälschen und Probleme kaschieren.
Viele Kolleg:innen fragen sich, wie sie neurologische Fälle besser einordnen können. Wie hilft das Programm konkret?
Alexander P. Sablotni Aguilera: Mehr Sicherheit entsteht nicht durch möglichst viele Einzelfakten, sondern durch ein klares klinisches System. Genau das vermittelt das Programm: einen strukturierten Zugang zu neurologischen Fällen. Die Inhalte sind konsequent praxisnah und orientieren sich an realen Fallbeispielen. Es geht nicht um abstrakte Theorie, sondern um Entscheidungswege, die im Alltag funktionieren. Durch die Verknüpfung der Inhalte über mehrere Monate hinweg entsteht zudem nachhaltige Sicherheit. Teilnehmer:innen lernen, neurologische Probleme in einen logischen Zusammenhang zu setzen – und gewinnen so Vertrauen in die eigene klinische Einschätzung.
Vielen Dank für das Gespräch.
Mit dem neuen Postgraduate Certificate (PGCert) in Neurologie bringt Ifevet International ein Programm in den deutschsprachigen Raum."