"Bissige Expertise" – Tierzahnmedizin mit Dr. Franziska Werhahn Beining

Dr. Franziska Werhahn Beining hat ihren Weg in die Tierzahnmedizin nicht geplant – er hat sich entwickelt. Nach dem Studium in Budapest und Hannover startete sie zunächst in der Reproduktionsmedizin, in der sie auch promovierte. Während ihrer Arbeit in der elterlichen Klinik schnupperte sie immer wieder in zahnmedizinische Fälle hinein, die damals noch von allen Kolleg:innen mitbearbeitet wurden. Mit der Zeit stellte sie fest, dass sie zu den wenigen gehörte, die bei dem Thema nicht zurückschreckten, sondern begeistert zugriffen.

Fortbildungen, etwa bei Improve International, und der Master of Animal Science in Berlin festigten ihre Spezialisierung. Heute leitet sie in der Familienklinik, der Klinik für Kleintiere Sottrum, ein reines Zahnteam von bis zu sieben Personen, das rund ein Viertel des gesamten Klinikaufkommens abdeckt. Dabei setzt sie auf gezielte Förderung: Fortbildungen werden übernommen, Zusatzqualifikationen aktiv unterstützt – aber nur für diejenigen, die wirklich für das Fach brennen.

Rückblickend hätte sie sich in Deutschland mehr strukturierte Weiterbildungsmöglichkeiten in der Tierzahnmedizin gewünscht, um Fachtierarzt- oder Diplom-Abschlüsse gezielter erreichen zu können. Die strukturellen Hürden, insbesondere in Niedersachsen, verlängerten ihren Weg – am Ziel änderte das nichts.

Neben der klinischen Arbeit engagiert sich Werhahn Beining standespolitisch. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT) setzt sie sich für qualitativ hochwertige, bezahlbare Fortbildungen und für ethische Standards in der Zahnmedizin ein. Die Mitgliedschaft der Klinik im Verbund unabhängiger Kleintierkliniken (VUK) sieht sie als wichtigen Vorteil: fachlicher Austausch, rechtliche Beratung und eine gemeinsame Linie bei Personal- und Gesetzesfragen.

Für JUST4VETS hat Dr. Werhahn Beining bereits zwei Fachbeiträge veröffentlicht:

  1. „Orales Plattenepithelkarzinom bei der Katze“ – der Fall der achtjährigen Katze „Milli“, bei der nach frühzeitiger Diagnose und partieller Mandibulektomie eine vollständige Tumorfreiheit über 1,5 Jahre erreicht wurde. Der Beitrag betont die Bedeutung von Diagnostik, chirurgischer Machbarkeit und konsequenter Nachsorge. 🔗 LINK zum Fachbeitrag.

  2. „Komplizierte Kronenfraktur beim Hund – ein Fallbericht“ – die endodontische Versorgung einer komplizierten Kronenfraktur des letzten Prämolaren im linken Oberkiefer, verbunden mit praxisrelevanten Hinweisen zur Frakturklassifikation, Therapieplanung und Berücksichtigung des Parodontalstatus. 🔗 Link zum Fachbeitrag.

Trotz hoher Arbeitsbelastung legt sie Wert auf Teamgeist, Weiterbildung und die stetige Weiterentwicklung ihres Fachbereichs. Für junge Tierärzt:innen mit Interesse an der Zahnmedizin rät sie, gezielt Kliniken mit hohem Zahnaufkommen und Weiterbildungsermächtigungen zu suchen – und vor allem, die Begeisterung für das Fach nicht zu verlieren.