36. FVO-Tagung: Fundus der Kleintiere
Mit München als Gastgeberstadt schlägt die 36. FVO-Tagung in diesem Jahr ein besonders charmantes Kapitel auf. In der bayerischen Landeshauptstadt trifft fundierte Veterinärophthalmologie auf Lebensfreude, Austausch und ein Rahmenprogramm, das weit über den Hörsaal hinausgeht. Inhaltlich rückt der „Fundus der Kleintiere“ in den Mittelpunkt – ein Themenfeld, das diagnostisch anspruchsvoll ist und zugleich enormes klinisches Potenzial bietet. Die Tagung spannt dabei bewusst den Bogen von praxisnahen Grundlagen bis hin zu aktuellen wissenschaftlichen Entwicklungen. Namhafte Referent:innen präsentieren Fallbeispiele, neue Erkenntnisse und konkrete Entscheidungsstrategien für den Alltag – verständlich für Einsteiger:innen ebenso wie relevant für erfahrene Ophthalmolog:innen. Ein fester Bestandteil ist erneut das TFA-Programm, das in den vergangenen Jahren auf große Resonanz gestoßen ist. Fachliche Inhalte rund um den Augenpatienten werden hier mit Soft Skills und Social-Media-Themen kombiniert – ganz im Sinne moderner, teamorientierter Praxisarbeit. Dass Fortbildung auch Gemeinschaft bedeutet, zeigt das vielseitige Rahmenprogramm: von der ophthalmologischen Getränkekunde über das Get-together in der Münchner Residenz bis hin zum geselligen Abschluss im Hofbräukeller. Über die inhaltliche Idee, die Zielgruppen der Tagung und das besondere Münchner Flair haben wir mit den beiden Tagungspräsidentinnen Dr. Katrin Trost und Dr. Christine Schinagl gesprochen.
Der „Fundus der Kleintiere“ steht im Zentrum der 36. FVO-Tagung. Was hat Sie bewogen, dieses Thema in den Fokus zu rücken – und warum gerade jetzt?
Bei der Themenwahl haben wir uns für etwas entschieden, das uns persönlich sehr interessiert. Der Fundus, seine Diagnostik und Interpretation ist selbst für erfahrene Ophthalmolog:innen nach wie vor ein spannendes Gebiet – man lernt einfach nie aus. Im Praxisalltag begegnet man immer wieder Fällen, die einen vor echte Herausforderungen stellen. Auch kommen immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Erkrankungen des Fundus hinzu, daher ist die regelmäßige Fortbildung notwendig, um fachlich auf dem höchsten Niveau arbeiten zu können.
Gleichzeitig ist es für Einsteiger:innen in die Ophthalmologie besonders wichtig, von Anfang an die richtigen Untersuchungstechniken zu erlernen und die Diagnostik sowie Befundung zu üben. Der Fundus bei Kleintieren eignet sich aus unserer Sicht also hervorragend, um sowohl AnfängerInnen als auch erfahrene KollegInnen anzusprechen. Da das Thema „Fundus“ zuletzt 2015 auf der FVO in Salzburg behandelt wurde, fanden wir: Es ist höchste Zeit, sich wieder einmal intensiv damit zu beschäftigen.
Wie gelingt der Spagat zwischen Grundlagenvermittlung für Einsteiger:innen und fachlicher Tiefe für erfahrene Kolleg:innen?
Das ist natürlich immer eine gewisse Herausforderung. Unsere Referent:innen werden jedoch das gesamte Spektrum abdecken – von Untersuchungstechniken und der Anatomie des Fundus bis hin zu speziellen Krankheitsbildern. Bei einem so vielfältigen Publikum lässt es sich kaum vermeiden, dass einige Inhalte für die einen eher grundlegend und für die anderen wiederum anspruchsvoll sind. Wir sind aber überzeugt, eine gute Mischung gefunden zu haben, die für alle Teilnehmenden sowohl informativ als auch kurzweilig ist.
Gibt es Programmpunkte, auf die Sie sich persönlich besonders freuen?
Definitiv freuen wir uns am meisten auf die Paneldiskussionen und Fallbesprechungen mit unseren Hauptreferent:innen. Erfahrungsgemäß nimmt man aus solchen Programmpunkten oft den meisten praktischen Input mit. Aber auch die Seminare versprechen dieses Jahr wieder spannend zu werden – wir haben eine gelungene Mischung aus bewährten Formaten und ganz neuen Themen, wie z.B. die Optische Kohärenztomographie (OCT), zusammengestellt.
Das TFA-Programm ist inzwischen fester Bestandteil der FVO-Tagung. Welche Bedeutung hat das Praxisteam für eine erfolgreiche ophthalmologische Versorgung?
Das Praxisteam ist für unsere tierärztliche Arbeit einfach unverzichtbar. Unsere TFAs sind meist der erste und letzte Kontakt für die Patient:innen und prägen damit entscheidend den Eindruck von der Praxis. Außerdem übernehmen sie so viele wichtige Tätigkeiten, für die wir Tierärzt:innen gar keine Kapazitäten hätten. Gut ausgebildete TFAs sind daher unglaublich wertvoll. Umso schöner finden wir, dass es nun schon im dritten Jahr in Folge ein eigenes Tagungsangebot für TFAs gibt.
Die FVO-Tagung ist bekannt für ihre besondere Mischung aus Fachlichkeit und Geselligkeit. Wie wichtig ist dieser informelle Austausch aus Ihrer Sicht?
Für uns ist der gesellige Teil der FVO essentiell! Ohne das Rahmenprogramm würde die Veranstaltung einfach ihre Seele verlieren. Hier trifft man alte Freund:innen und Kolleg:innen, knüpft neue Kontakte und genießt die besondere Atmosphäre. Jedes Jahr ist es ein echtes Highlight, wenn die FVO-Familie irgendwo in Deutschland zusammenkommt – nicht nur zum Fortbilden, sondern auch um gemeinsam zu feiern.
Andreas Moll