Zecken fotografieren für die Wissenschaft

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von NABU – 16.03.2026

NABU und NABU|naturgucker rufen zusammen mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) dazu auf, die Spinnentiere zu melden.

Nach einem Spaziergang im Grünen haben Hunde und auch ihre Besitzer:innen oft ungebetene Begleiter im Gepäck: Zecken. Wer einen solchen Fund entdeckt, kann jetzt aktiv zur Forschung beitragen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und NABU|naturgucker rufen gemeinsam mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) erneut zu einer bundesweiten Zecken-Meldeaktion auf.

„Wir möchten untersuchen, wie sich die geografische Verbreitung verschiedener Zeckenarten in Deutschland im Zuge des Klimawandels verändert“, erklärt Theresa Seidel, NABU-Expertin für Citizen Science. Durch steigende Temperaturen sind Zecken heute nicht mehr nur saisonal aktiv, sondern können nahezu ganzjährig auftreten. Funde können daher jederzeit gemeldet werden.

Derzeit kommen in Deutschland rund 20 Zeckenarten vor. Durch ihre Stiche können sie Krankheiten wie Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Zudem breiten sich zunehmend Zeckenarten aus dem Mittelmeerraum und aus Südosteuropa aus – und mit ihnen neue Krankheitserreger. Besonders relevant für Hunde ist die zugewanderte Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus), auch Auwaldzecke genannt. „Sie kann die Babesiose übertragen, eine oft schwer verlaufende Erkrankung, die auch als Hundemalaria bekannt ist“, sagt Seidel.

Damit Wissenschaftler:innen die Ausbreitung der verschiedenen Arten besser verfolgen können, sind möglichst viele Beobachtungen wichtig. Prof. Christina Strube von der TiHo Hannover erklärt: „Die Fotos helfen uns, die Zeckenart zu bestimmen. Idealerweise werden die Tiere von oben und von unten fotografiert.“ Zusätzlich liefern Angaben zum Fundort, zum betroffenen Tier und zur Körperstelle wichtige Informationen für die Forschung.

Nach jedem Aufenthalt im Freien sollten sowohl Hunde als auch Menschen gründlich nach Zecken abgesucht werden. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie zunächst entfernt und anschließend fotografiert werden.

„Wir möchten besonders Hunde- und Katzenhalter:innen ermutigen, ihre Funde zu melden“, so Seidel. Wichtig ist dabei, das Meldeformular möglichst vollständig auszufüllen. Da Zecken häufig erst Stunden oder Tage nach einem Spaziergang entdeckt werden, kann der Fundort vom ursprünglichen Aufenthaltsort abweichen – auch diese Information ist für die Auswertung relevant.

Mitmachen – so geht’s

Nach einem Spaziergang sollten Sie sich selbst und Ihre Haustiere auf Zecken untersuchen. Wird eine Zecke gefunden, sollte sie vollständig entfernt und möglichst aus verschiedenen Perspektiven – idealerweise auch von unten – fotografiert werden. Anschließend können Art (falls bekannt) und Anzahl der Zecken über das Meldeformular auf der Aktionsseite eingetragen werden.

Wichtig sind außerdem Angaben zum „Wirt“ (z. B. Hund, Katze oder Mensch), zur Beobachtung sowie dazu, ob das Tier zuvor unterwegs war, denn Zecken werden oft erst später entdeckt und können aus anderen Regionen stammen. Je mehr Informationen und Fotos hochgeladen werden, desto besser können Wissenschaftler:innen die Verbreitung verschiedener Zeckenarten nachvollziehen. Weitere Beobachtungen können jederzeit erneut gemeldet werden.

Zecken melden: https://nabu-naturgucker-beobachtungen.de/zecken